Postkarte des Monats Mai

Veröffentlicht am 30.04.2021

Die beiliegende Ansichtskarte mit Darstellung des ungarischen Wallfahrtsortes Máriaremete (Maria-Einsiedel) wurde an Ludwig Leber in Stuttgart adressiert. Der Absender in Ungarn wandte sich am 27. Februar 1949 an Leber mit der Bitte, dabei behilflich zu sein, dass sein Bruder zusammen mit seiner Familie aus Ungarn nach Deutschland übersiedeln könne. Auch teilte der Absender mit, dass er Lebers Wunsch nachkommen und einen ihrer gemeinsamen Bekannten damit beauftragen konnte, Leber regelmäßig Zeitungen aus Ungarn zukommen zu lassen.

In der Sammlung des IdGL befinden sich nicht weniger als 100 an Ludwig Leber adressierte Ansichtskarten mit Hilfegesuchen, Danksagungen und Grüßen aus Ungarn, Deutschland und anderen Ländern.

Der in Törökbálint (Großturwall) geborene Ludwig Leber war eine der zentralen Gestalten der Ungarndeutschen. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Budapest war er bis 1941 als Generalsekretär des Ungarländischen Deutschen Volksbildungsvereins tätig. Nach der Vertreibung aus Ungarn wurde er 1946 als Mitarbeiter der Caritas-Flüchtlingshilfe der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit der Verteilung und Ansiedlung der Ungarndeutschen beauftragt. 1948 übernahm er die Leitung der Caritas Flüchtlingshilfe. Bis zu seinem Tod 1974 in Stuttgart war er auch Vorsitzender der Landsmannschaft der Ungarndeutschen in Baden-Württemberg. 1950-1968 war er außerdem als CDU-Abgeordneter Mitglied im Landtag von Baden-Württemberg, ebenso auch Mitglied des Rundfunkrates beim Süddeutschen Rundfunk. Daneben leitete er auch die Heimatortskartei der Deutschen aus Südosteuropa und das von ihm gegründete Gerhardswerk der Südostdeutschen Katholiken.