Die Sathmarer Schwaben in der Zwischenkriegszeit. Eine Minderheit im Spannungsfeld konkurrierender nationalpolitischer Interessen (1918-1940). Eine kommentierte Quellenedition

Der Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie und der damit einhergehende tief greifende territorialpolitische Wandel haben sich auf die ethnonationalen Gruppenbildungsprozesse im neu entstandenen rumänisch-ungarischen Grenzraum ausgewirkt. Der Identitätswandel, der auch die Sathmarer Deutschen erfasste, entfaltete sich dabei im Spannungsfeld konkurrierender nationalstaatlicher und Großmachtinteressen. Mittels einer kommentierten Quellenedition sollen die komplexen Identitätsbildungsprozesse der kleinen deutschen Grenzminderheit vor dem Hintergrund der kriegsbedingten territorialpolitischen Veränderungen und im engen Zusammenhang mit dem bestehenden ethnischen Umfeld exemplarisch dargestellt werden.

Mit dem Editionsprojekt soll eine solide Quellengrundlage für weiterführende und vergleichende Untersuchungen über ostmitteleuropäische Grenzräume, Grenzminderheiten und Identitätsbildung im Allgemeinen und in Bezug auf die Sathmarer Schwaben im Besonderen geschaffen werden. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Forschungsbereich Zeitgeschichte koordiniert und in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum des Kreises Sathmar/Satu Mare (Dr. Vasile Ciubotă) unter Heranziehung von wissenschaftlichen Mitarbeitern der Babeş-Bolyai Universität Klausenburg (Cluj-Napoca) und des Historischen Instituts „George Bariţiu“, Klausenburg, durchgeführt.