Jahrestagung des IdGL: Abgrenzen- Entgrenzen - Überschreiten

Veröffentlicht am 7 Oct 2019

Abgrenzen – Entgrenzen – Überschreiten
Vergleichende Perspektiven zu Grenzen der Habsburgermonarchie im 19. Jahrhundert

Jahrestagung des IdGL, 7. bis 9. November 2019, Evangelisches Stift Tübingen, Klosterberg 2

 

Die Beschäftigung mit Grenzen ist in den letzten Jahrzehnten spürbar intensiver geworden. Rückte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs der Prozess der Defunktionalisierung der nationalstaatlichen Grenzen in den Vordergrund, so stehen jüngst infolge der europäischen Flüchtlingskrise kontrovers geführte Debatten über die Funktion der Grenzen im Mittelpunkt.

Die Tagung setzt sich zum Ziel, die Vielgestaltigkeit und Dynamiken der Grenzbildung und Grenzüberschreitung sowie ihre Funktionen anhand des Staatenkonglomerats der Habsburger im 19. Jahrhundert in den Blick zu nehmen. Gefragt wird nach den strukturbildenden Wirkungen geografischer, territorialer und sozialer Trennlinien und Verbindungen, die auf das Imperium, die Staatsverdichtung sowie Nations- und Gruppenbildung wie auch die Identität des Einzelnen eingewirkt haben.

 

Programm

Donnerstag, 7. November 2019
Evangelisches Stift Tübingen, Großer Hörsaal


17.15 Uhr
Eröffnung der Tagung
Prof. Dr. Reinhard Johler, Tübingen

17.30 bis 18.15 Uhr
Einleitender Vortrag
Grenze als Raum, Erfahrung und Konstruktion. Trennlinien und Verbindungen in der Habsburgermonarchie des 19. Jahrhunderts
a.o. Univ. Prof. Dr. Andrea Komlosy, Wien

18.15 bis 19.00 Uhr
Grenzen und Begrenzungen innerhalb der katholischen Kirche Cisleithaniens
Univ.-Doz. Dr. Andreas Gottsmann, Rom

19.00 Uhr
Empfang mit Buchvorstellung
Olivia Spiridon (Hg.): Die Donau und ihre Grenzen. Literarische und filmische Einblicke in den Donauraum. Bielefeld 2019.


Freitag, 8. November 2019
Evangelisches Stift Tübingen, Großer Hörsaal

Moderation: apl. Prof. Dr. Márta Fata, Tübingen

9.15 bis 10.00 Uhr
Ethnische und sprachliche Grenzen innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirche Ungarns
Dr. Botond Kertész, Budapest

10.00 bis 10.45 Uhr
Verwaltungsgrenzen und Nationalitätenpolitik in Ungarn in den 1850er Jahren
Dr. habil. Ágnes Deák, Szeged

10.45 bis 11.15 Uhr Pause

Moderation: Dr. Karl-Peter Krauss, Tübingen

11.15 bis 12.00 Uhr
Komplexe Grenzräume. Eheschließungen über unterschiedliche Konfessionen, Sprachen und Rechtsnormen hinweg? Ein Vergleich zwischen Österreichisch-Schlesien und Tirol im frühen 19. Jahrhundert
Ass.-Prof. Dr. Ellinor Forster, Innsbruck

12.00 bis 12.45 Uhr
Heirats- und Arbeitsmigration zwischen Südböhmen sowie Nieder- und Oberösterreich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Dr. Josef Grulich, Budweiß/České Budějovice

12.45 bis 14.00 Uhr Mittagspause

Moderation: Dr. Olivia Spiridon, Tübingen

14.00 bis 14.45 Uhr
Grenzen und Mobilitätskontrolle im Habsburgerreich im Zeitalter transatlantischer Migrationen
Assoz. Prof. Dr. Annemarie Steidl, Wien

14.45 bis 15.30 Uhr
Grenzen und Mobilität im Königreich Ungarn zur Zeit des Dualismus
apl. Prof. Dr. Márta Fata, Tübingen

15.30 bis 16.00 Uhr Pause

Moderation: Josef Wolf, MA., Tübingen

16.00 bis 16.45 Uhr
Vom Pestkordon zur Geoepidemiologie. Krankheitsprävention und sanitäre Pufferzonen an der Südgrenze der Habsburger Monarchie (1815–1912)
Dr. Christian Promitzer, Graz

16.45 bis 17.30 Uhr
Ingenieure, technische Expertise und die Überwindung des Eisernen Tores
Dr. Luminita Gatejel, Regensburg

 

Samstag, 9. November 2019
Evangelisches Stift Tübingen, Großer Hörsaal

Moderation: Prof Dr. Reinhard Johler, Tübingen

9.00 bis 9.45 Uhr
‚Völkergemische‘ an der Grenze. Zur Reflexion eines hybriden Istriens in der späten Habsburgermonarchie
Dr. Daniela Simon, Tübingen

9.45 bis 10.30 Uhr
Die Moldauer Tschangos im Spannungsfeld zwischen imperialen, nationalstaatlichen und politisch-konfessionellen Interessen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Dr. Agnieszka Barszczewska-Mikulska, Danzig/Gdańsk

10.30 bis 11.00 Uhr Pause

11.00 bis 11.45 Uhr
Die Frage der Sprache, Assimilation und Identität bei dem ungarisch-jüdischen Schriftsteller und Politiker Max Nordau (1849–1923)
Dr. habil. Hedvig Ujvári, Budapest

11.45 bis 12.15 Uhr
Auswertung der Tagung
a.o. Univ. Prof. Dr. Andrea Komlosy, Wien